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Reisegedicht Piemont – im Oktober 2013

Piemont – im Oktober 2013     (Franz Rüth)

 Wem Gott will rechte Gunst erweisen, lässt er mit Pfarrer Bauer reisen.

Nein, nicht nach Paris – auch nicht nach Wien, denn diesmal ging es nach Turin.

Italien ist sein Lieblingsziel, denn Helmut ist italophil.

Der Peter saß am Steuerhebel, fuhr uns gezielt in Monzas Nebel.

Statt „Formel 1“ gab‘s dort zu sehn Theodolindas Krone schön,

die niemals auseinanderfällt, weil sie ein langer Nagel hält,

ein Nagel, den Helena fand auf Golgatha – im Heilig‘ Land.

Am Abend warn wir in Turin und schliefen sanft im Bettchen drin

in einem Zimmer – gut beheizt, (was unsereins zum Schwitzen reizt).

Tags drauf im grauen Nebel dann schauten wir uns Torino an.

Das Wetter uns gehörig schlauchte, weil jeder einen Rengschirm brauchte.

Der Helmut sprach: „O Pilger, wandre von einer Kirch‘ nun in die andre!“

Ja wirklich, wir warn ganz von Socken von dieser Stadt, der Hoch-Barocken!

Der Pfarrer bleute Namen uns ein, welche vergessen kann kein Schwein –

pardon – kein kulturbeflissner Bayer, Namen, die künftig uns lieb sind und teuer

wie „Guarino Guarini, Philippo Juvara“, die sogar der Peter sich merkt, unser Fahrer!

In bayrischen Büchern war stets drin: ein Bild vom Grabtuch in Turin.

Drum war für mich ein Hit zweifelsohne der Besuch der „Capella della Sidone“.

Hier wird die „Sacra Sidone“ verehrt, das Tuch, ohne das Turin nicht viel wert.

Paläste kamen noch danach,            allwo es hieß: „O Prunk, lass nach!“

Zwei Fotografen, dumme Toren, gingen im Stadtgewühl verloren,

dieweil die ganze Pilger-Runden in den Arkaden war verschwunden.

Und wie das so im Leben ist, hab’n nicht mal ihre Fraun sie vermisst!

So sind die beiden zu guter Letzt panisch übers Pflaster gehetzt,

bis sie nach drei Kilometern – zum Glück – dank Handy fanden zum Haufen zurück,

der völlig relaxt und freudig gebannt in der Mole Turins vor dem Aussichtslift stand!

Die Strapazen fürs Kreuz konnten beide bestehn durch ‚ne Überdosis Voltaren.

Nach so viel Italo-Kultur hatten wir einen Wunsch noch nur:

Ein kurzes Schläfchen jetzt, ein schnelles im Kuschelbett unsres Hoteles.

Nun wurd‘ das Wetter ideal, drum fuhren wir ins Susa-Tal.

Dort stand ein jeder wie ein Zwerg bewegt vor dem Sankt Michelsberg.

Dank bayrischer Bergsteigerlungen wurd‘ dieses Heiligtum bezwungen.

Die Führungsmaid am Gipfel droben, die muss man wirklich nochmal loben!

Der Blick von den Zinnen war wunderschön, wir bekamen den Goldnen Oktober zu sehn.

Doch kurz drauf konnt‘ man sich wiederum baden in piemontesischen Nebelschwaden.

Hildegard Stark, die flotte Puppe, entfernte sich unerlaubt von der Truppe.

Der „Scala di Morte“-Steig  reichte ihr nicht. Sie suchte zu finden das Ewige Licht,

stieg die „Scala di Morte“ wieder hinab, doch kein Mönch wollt‘ teilen mit ihr sein Grab.

Unten wurde sie wieder gefunden und sitzt noch munter in unserer Runden!

Nach dem Michelsberg wir durch Susa dann rannten auf den Pfaden von Hannibals Kampf-Elefanten.

Im Zick-Zack wir hinauf dort zogen bis zu Kaiser Augustuses Orts-Eingangs-Bogen.

Ganz große Erwartungen taten sich auf bei der Bergfahrt dann – zur Wildsau hinauf.

Doch weil unser Peter sich wollte verfahren, musst‘ das Schweinderl lang in der Pfanne verharren.

Am falschen Berg sind wir stecken geblieben und haben inzwischen den Hunger vertrieben

mit Huklinger Hanne’s Himbeergeist, für den man sie heute immer noch preist.

Die Mobilfunkwellen haben geglüht, so hat sich das Agro-Tourismo bemüht,

uns schließlich gnädig aufzupicken und durch „Wildsau-Transfer“ uns zu beglücken.

Der Abend wurde, wie jeder fand, durch Speis und Trank sehr fulminant.

Das Wildschwein wurde gänzlich verdrückt und zum Abschied mit reichlich Wein noch entzückt.

Des nächsten Tags Highlight sollte werden – ein himmlisch‘ Erleben auf dieser Erden:

„Zur Abbazia Vezzolano“ – sagte der Pfarrer – „fahr ma etz aa no;

Luftlinie sans bloß dreiß’g Kilometer:“ „Da samma glei drobn“, dacht‘ sich ein jeder.

Der Peter meint: „Wonach die sich jetzt sehnen, gilt es nun etwas auszudehnen.“

Drum opferte er so einige Stunden, um beharrlich die Abtei zu umrunden.

Die Passagiere hab’n sich gewundert, dass aus dreiß’g Kilometern geworden sind hundert.

Der Rüth Franz, die Landkarte in der Hand, hat messerscharf und schnell erkannt,

dass wir durchs Dorf Cinzano geschwind mindestens dreimal gefahren sind.

Doch haben wir schließlich – es war nicht leicht – das Schmuckstück Vezzolano erreicht.

Sein Lettner – mit Farb-Reliefs verziert – hat uns besonders imponiert.

Dann ging’s nach Asti, welches, klar, mal Piemontens Hauptstadt war.

Drei Kirchen dort tat der Helmut uns gönnen, die wir heute nicht unterscheiden mehr können.

Die Frauen, die wollten noch gern etwas bummeln, doch musste man sich zwecks der Weinprobe tummeln.

Wir fuhr‘n in den Süden von Asti sehr flotti ins Valle di Nizza zum Gut Cavalotti.

Dort tat sich das BGL dann vereinen beschwingt zum Verzehr von Essen und Weinen.

Die Stimmung, sie nahm so sehr überhand, dass das eigene Wort man nicht mehr verstand!

Beim Kaufen hab’n alle dann so zugeschlagen, dass vollgestopft war Peters Omnibus-Wagen

mit Barolo, Barbera d‘ Asti, Spumante, wie’s Goethe vor 300 Jahren nicht kannte.

Grappa, Olio Oliv‘ oder Trüffel schleppten zollfrei nach Hause die Marzoller Büffel.

Gesättigt sind wir ins Hotel dann gekommen; haben dort noch ein üppiges Mahl eingenommen.

Die Hiltrud, die wollte ihr Steak gern versteigern, sogar größte Esser taten’s verweigern!

Am Samstag, da bummelten wir durch Turin, dort schleckten die meisten am Schluß Bicerin.

Dann ging es nach Stupingi hinaus, wo die Herzöge machten dem Wild einst Garaus.

Unsre Führerin dort war schön anzuschaun, hat die Männer glatt abgelenkt von ihren Fraun!

So hat sie durch ihren Charme fasziniert und danach ein üppiges Trinkgeld kassiert.

Serpentinisch ging‘s nach Superga hinauf, dabei tat sogar der Nebel sich auf.

Doch als wir Turin sehen wollten von oben, hatte er sich schon wieder zusammengewoben.

Bei der Auffahrt bot Peter ein Meisterstück: In einer Spitzkehre ging‘s nicht mehr vor und zurück.

Motorräder, Autos, die hab’n sich gestaut, ihre Fahrer hab’n alle sehr blöd bloß geschaut.

Ein saudummer Parker blockierte den Peter. Kein Problem für den Meister der Millimeter!

Ein paarmal vor und ein paarmal zurück — ein solcher Fahrer ist wirklich ein Glück!

Am Sonntag das Hochamt gewesen dann ist; der Helmut nahm teil — als fescher Statist.

Das Gedicht ist nun aus, den Rest kannst vergessen, sonst hätt ich bekommen heut ab‘nd nix zum Essen!

Der Helmut, der Peter, sie sollen hoch leben, und dafür lasst uns unser Glas jetzo heben!

„Hoch solln sie leben …..!“

Peter Filser, Busreisen Filser gefällt dieser Artikel

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